Die mexikanische Nina Perro (Band) – offiziell Niña Perro – hat sich in kurzer Zeit zu einem Geheimtipp in der internationalen Punk- und Underground-Szene entwickelt. Mit ihrer Mischung aus Garage-Punk, Riot-Grrrl-Energie und queer-feministischen Themen bringt die Band aus Guadalajara frischen Wind in ein Genre, das weltweit nach neuen Stimmen sucht. Für deutsche Hörer:innen ist sie ein spannender Zugang zu aktueller Musik aus Lateinamerika, die kompromisslos und gleichzeitig spielerisch auftritt.
Wer ist Niña Perro?
Niña Perro wurde 2021 in Guadalajara, Mexiko, gegründet und besteht aus Edrey Cortés, María Negrete und Chica Muerte. Auf Plattformen wie YouTube und Bandcamp beschreibt sich die Band selbst als „Punk Garage / queer punk / Riot grrrl de Guadalajara, MX“. Diese Selbstdefinition macht deutlich: Hier geht es nicht um Hochglanzproduktion, sondern um rohe Energie, klare Haltung und ein DIY-Verständnis, das tief in der Punk-Kultur verwurzelt ist.
Musikstil und Einflüsse
Der Sound von Niña Perro ist kurz, hart, bissig und voller Wut wie auch Humor. Die Band bezeichnet ihren Stil zusätzlich als „Post-kawaii / Rock primitivo“, was auf einen bewussten Mix aus Naivität, Verspieltheit und radikaler Direktheit hinweist. Musikalisch erinnern sie an Riot-Grrrl-Bands wie Bikini Kill, aber auch an moderne Acts wie Amyl and the Sniffers, die aus Australien stammen und zeigen, wie international Garage-Punk gerade neu gedacht wird.
Diskografie im Überblick
Sad Bichotas (2022)
Die erste EP der Band enthält sechs rohe, kurze Tracks. Titel wie „Niña Perro“, „Pobre Estúpido“ und „Beso de tres“ zeigen den Spagat zwischen bissigem Humor und gesellschaftskritischen Untertönen. Auf Bandcamp erlebte die EP schnell Resonanz in Underground-Kreisen.
Punk Sexoso (2024)
Das zweite Release ist noch frecher und ausgefeilter. Songs wie „La Instrumental“, „Silencio, Zorra“, „Celibato, Tesito y Folk“, „Mamá Culo“ oder „Los astros“ verbinden Garage-Punk mit politischen Statements. Besonders hervorzuheben ist das Intro-Feature mit Jessy Bulbo, einer bekannten Figur der mexikanischen Indie-Szene.
Beide Veröffentlichungen sind auf Bandcamp, Spotify, Apple Music, Tidal und YouTube zugänglich – auch für deutsche Nutzer:innen ohne Einschränkungen.
Songs zum Einstieg
- „Pobre Estúpido“ – Ein rotziger Punk-Song mit eingängigem Refrain.
- „Beso de tres“ – Kaum eine Minute lang, aber ein Paradebeispiel für die Energie der Band.
- „Los astros“ – Etwas melodischer, zeigt die Weiterentwicklung der Band 2024.
- „Intro (feat. Jessy Bulbo)“ – Ein Brückenschlag zur mexikanischen Indie-Szene.
Warum Nina Perro für deutsche Hörer:innen spannend ist
- Lateinamerikanische Perspektive: Die Band bringt kulturelle und politische Erfahrungen ein, die sich deutlich von europäischen oder US-amerikanischen Punk-Szenen unterscheiden.
- DIY-Ethos: Kurze, rohe Tracks mit klarer Botschaft – perfekt für alternative Clubs, Radiosendungen und Playlists.
- Queer-feministische Haltung: Texte und Auftreten verbinden Musik mit gesellschaftlicher Relevanz.
- Internationale Zugänglichkeit: Über Streamingdienste leicht erreichbar, was sie auch für deutsche Underground-Fans interessant macht.
Live-Energie und Community
Niña Perro lebt von der Szene in Guadalajara, ist aber zunehmend auch international vernetzt. Über ihre Instagram- und Facebook-Profile kündigt die Band neue Veröffentlichungen und Konzerte an. Gerade für deutsche Fans, die Punk in kleinen Clubs oder auf Festivals erleben wollen, lohnt es sich, die Social-Media-Kanäle im Blick zu behalten – eine Europa-Tour ist angesichts des wachsenden Interesses nur eine Frage der Zeit.
Fazit
Nina Perro (Band) steht für Garage-Punk in seiner rohesten, queersten und ehrlichsten Form. Mit Releases wie Sad Bichotas und Punk Sexoso haben sie bewiesen, dass die mexikanische Szene aktuell zu den spannendsten der Welt gehört. Für deutsche Fans ist die Band ein idealer Einstieg in den lateinamerikanischen Underground – kompromisslos, laut und mit klarer Haltung. Wer sich für neue, ungeschliffene Stimmen interessiert, sollte Niña Perro unbedingt auf die Playlist setzen.

